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Reise durch Südafrika Sommer 2003 - Teil 6

Pretoria und Vortrekkerdenkmal - kein ungetrübter Abschied

10.08.2003

Stadtrundfahrt durch Pretoria.

Diese Stadt ist geprägt von zahlreichen Erinnerungs-und Gedenkstätten an die Kämpfe zwischen Buren und Engländern im ausgehenden 19.Jahrhundert.

So stand der ganze Vormittag im Zeichen der Besichtigung kolonialer Zeugnisse der Vergangenheit, meist im Ton unverhohlenen Stolzes präsentiert.

Der überladene Personenkult um Paul Krüger im gleichnamigen Museum, Gallionsfigur des Widerstandes gegen den Imperialismus Englands und Präsident von 1883-1900, blendet allerdings die Tatsache aus, dass das Credo des bibeltreuen (!) Krüger, Auftaktpräsident einer unseligen Nachfolgegeneration bis Foster und Botha, wie selbstverständlich Unterdrückung und Ausbeutung der Urbevölkerung einschloss.

In dem Zusammenhang gehen Gedanken durch den Kopf, Kolonialismus allgemein betreffend: wenn es gelungen wäre, das know-how der siedelnden Europäer mit dem vorgefundenen Reichtum an Land und Resourcen zum Nutzen ALLER betroffenen Menschen des Landes zu verbinden, wäre viel Blut und Leid vermieden, Feindschaft und Hass zwischen den Rassen gar nicht erst entstanden... wäre, hätte, wenn...

Peinlich berührender Höhepunkt war die Besichtigung eines protzigen Monuments hoch über Pretoria: das Vortrekkerdenkmal, erbaut im Stil von Feldherren-und Ruhmeshallen unseligen Angedenkens:

Ein riesiges quaderförmiges Gebäude, innen als Rondell gestaltet, zeigt die Geschichte der vom Kap ins Innere Afrikas ziehenden Buren, die mit Scheinverträgen und brutalen Waffeneinsatz die hoffnungslos unterlegenen Zulustämme vernichteten und deren Land in Besitz nahmen: die Erläuterungen unseres Reiseführers , selbst Siedlernachkomme, konnten in diesem Zusammenhang keineswegs überzeugen.

Ich hoffe, dass mein Eintrag ins prunkvoll gestaltete, erwartungsvoll sich präsentierende Gästebuch zumindest die zahlreichen, ehrfurchtsvoll verharrenden, im übrigen ausschließlich weißen Besucher etwas geärgert hat: „Das Vortrekkerdenkmal – ein Monument europäischer Arroganz und Anmaßung."

Johannesburg sehen wir auf der Fahrt zum Flughafen nur in Form von Vororten, die offenbar ausschließlich von der upper-class bevölkert sprich residiert werden: 2-3 m hohe Mauern und Elektrozäune sprechen auch hier eine eindeutige Sprache.

Mit dem letzten Rand noch ein Telefonat nach Hause wegen der Ankunftsdaten – die SAS kann kommen, wird um 19.10 Uhr abheben – 10 Stunden Flug liegen vor uns.

Tot siens – Afrika!

Auf Wiedersehen - Afrika!