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Reise durch Südafrika Sommer 2003 - Teil 3

Auf der Fahrt durch Natal-Zululand zum unaussprechlichen Hluhlawe-(sprich in etwa: Schluschlue)Nationalpark passieren wir endlose Ananas- Sisalagaven – und Zuckerrohrplantagen: 2 Millionen t Zucker produziert Natal pro Jahr und exportiert davon 800.000 t.

Doch man soll sich nicht täuschen: der anscheinend immense Reichtum am Exportgut Zuckerrohr z. B. ist in Wirklichkeit nur ein scheinbarer: rigide Zollschranken und kompromisslose Subventionspolitik von USA und EU geben afrikanischen Produkten auf dem Weltmarkt noch immer kaum eine Chance: fairer Handel bleibt leider weiterhin mehr oder minder den Idealisten der Dritte Weltläden hierzulande und anderswo vorbehalten. Ein trauriges Kapitel sogenannter Entwicklungspolitik.

Unser Reiseführer umgeht denn auch das heikle Kapitel und berichtet stattdessen Kulturgeschichtliches:

Durban ist die Stadt mit dem zweitgrößten Bevölkerungsanteil an Indern außerhalb Indiens, was auch mit dem Zuckerrohr zusammenhängt: vor einem Jahrhundert wurden massenweise Inder als Arbeitskräfte für die Plantagen angeworben, da die Zulumänner sich weigerten, mit Zuckerrohr zu arbeiten.

Der Grund: Zuckerrohr gehört zu der Gattung der Gräser und Arbeit mit Gräsern gehörte traditionell zu den Aufgaben der Frauen. Die aber waren mit der Arbeit mit den Riesengräsern überfordert. Die Inder sprangen ein - und blieben!

Mittagspause im Restaurant eines Hotels – ein idealer Urlaubsort vor den Toren des Nationalparks an diesem herrlich klaren sonnigem Wintertag mit angenehmen Temperaturen um die 2o° und weicher warmer Luft, ganz anders wie im rauen Kapgebiet.

Um 15.00 Uhr beginnt die erste Safari im offenen Geländewagen. Pullover, Mütze und Anorak sind Muss, denn afrikanische Augustabende beginnen sehr früh um ca. 17.00 Uhr – plötzlich und ohne großen Dämmerungsübergang geht die Sonne unter und mit ihrem Verschwinden wird es empfindlich kalt!

Die erste Safari war gleich ein voller Erfolg: immerhin 3 der big 5 konnten wir u.a. schon in der grandiosen Buschlandschaft beobachten und auf Film und Foto bannen: Büffel, Elefant und Nashörner!

Das ist endlich das lang ersehnte wilde, freie, ursprüngliche Afrika, das ich naiverweise schon beim ersten Betreten und überall erwartete!

Dass es sich dabei in Wirklichkeit „nur" um ein Reservat handelt, wird angesichts der immensen Ausmaße des Areals gern und leicht verdrängt...

Morgen um 7.00 Uhr starten wir zur zweiten Frühsafari – vielleicht geben uns dann auch noch Löwe und Leopard die Ehre!

05.08.2003

Die Morgensafari findet unter erschwerten Bedingungen statt – über Nacht ist das Wetter umgeschlagen, böig kalter Wind und Sprühregen erinnern an das Kap – wir lassen uns trotzdem nicht abschrecken, gut verpackt in Regenkleidung und mit Decken versehen geht es 3 Stunden auf die Pirsch – Elefanten, Zebras und Giraffen und das im Nebel besonders dramatisch-gigantisch wirkende Landschaftspanorama entschädigen uns reichlich für die Wetterwidrigkeiten.

Am Nachmittag Besuch in einem Zuludorf, das von Einheimischen ,schlanken hochgewachsenen Menschen aus den umliegenden Ortschaften für ein paar Stunden mit ursprünglichem Leben erfüllt wird: wir nehmen teil am streng geordneten arbeitsteiligen Alltag der Zulufamilien, der traditionellen Speisezubereitung, dem Körbe– und Tongefäßherstellen, lernen die Regeln und Bräuche, nach denen sich Hochzeiten vollziehen (11 Kühe mussten z.B. als Dank für Erziehung und Ausbildung an die Schwiegereltern geliefert werden!), wurden in die Geheimnisse und Künste des Medizinmannes und der Stammesberaterin – eine Art Psychotherapeutin – eingeweiht und staunen über die rhythmische Disziplin, Eleganz, Vitalität und Lebensfreude verströmenden Kulttänze.

Die nur ca. einstündigen Zeremonien gaben intensive und nachdenklich stimmende Einblicke in fest gefügte, hierachische, aber auch überaus solidarische Lebensformen früher geltender Traditionen, die so gar nicht dem Klischee des trägen, arbeitsscheuen und führungsschwachen Farbigen entsprechen.

Dass dagegen z.B. in Kapstadt sehr wohl Lethargie, Gleichgültigkeit, Verelendung und daraus resultierende Flucht in Drogen und Depression augefällig wurden, hat wohl eher mit den von Europäern zu verantwortenden Zerschlagung dieser sinnvollen Strukturen kulturellen Lebens der Naturvölker zu tun.

Um aber jeder Form von Legendenbildung vorzubeugen, wollen wir nicht verschweigen, dass es auch diverse Kriegstänze zu sehen gab...