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Reise durch Südafrika Sommer 2003 - Teil 2

Unser Reiseführer, Vater Kieler, Mutter Wienerin, aber als Südafrikaner aufgewachsen, erweist sich als ein überaus kundiger, eloquenter, spannend und humorvoll informierender junger Mann, geht auf alle Fragen und auch Beschwerden ein, sodass trotz der widrigen Wetterumstände die gute Laune bald wieder zurückkehrt.

Wir erreichen die Kapspitze,gleichermaßen das Kap der guten Hoffnung und der Stürme, die magische Schnittstelle zwischen Atlantik und Indischem Ozean – auf dem Weg sichten wir erste freilebende Paviane, staunen über endlose leuchtend gelbe Steppenflora a la van Gogh, beginnen den Aufstieg bei kurzfristig gleißenden Sonnenschein, der in abrupt einsetzenden Orkanboen und dunkel drohenden Wolkenbergen verlöscht und beenden das Kapabenteuer inmitten wolkenbruchartig prasselnder Regengüsse – völlig durchnässt und vor Kälte zitternd, aber um ein Naturerlebnis der besonderen Art reicher!

Die tadellos funktionierende Busheizung sorgt bald wieder für steigendes Wohlbefinden und neue Energie – und der krönende Abschluss des Tages steht noch bevor: der große Botanische Garten Kirstentosch: Sonne bricht durch die Wolken und zaubert eine dramatisch- authentische Kulisse aus Bergmassiven, Regenbogen und Nebelschwaden für die verschwenderisch leuchtende Vielfalt der afrikanischen Blütenwelt – und das mitten im Winter.

Am Abend wollten wir uns noch in einer vom Reiseführer empfohlenen Bar: Mama Africa musikalisch verzaubern lassen. Das gelang auch durchaus: nur hatte uns keiner gesagt, dass jeder Eintretende sich einem zusätzlichen „Zauber" nicht entziehen durfte: es herrschte Menuezwang (min. 2 Gänge) und das nach bereits eingenommenen Abendessen im Hotel!

Die Portionen waren zudem „märchenhaft" riesig, die Nacht entsprechend beschwerlich!

Den 31.08.2003 habe ich mit ausgedehntem Stadtbummel in Kapstadt verbracht – der auf dem Programm stehende Weinbergbesuch mit anschließender Weinprobe war fakultativ - und Wein ist nun mal nicht mein Bier! Stadtpflaster eigentlich auch nicht- und die oft erschreckende Diskrepanz zwischen Glitzer- und Hochhausfassaden der Boulevards und bedrückender Armut in den Gassen tat ihr übriges!

Zudem gab es ein zunächst verblüffendes, dann erschreckendes Phänomen zu beobachten: nach 17.00 Uhr, d.h. im Winter nach Einbruch der Dunkelheit fällt diese am Tag bei all ihrer Widersprüchlichkeit doch pulsierende Millionenstadt ins Koma: Eisengitter rasseln vor Geschäften, Pubs und Restauranttüren, Lichter verlöschen, Tausende und Abertausende Pendler verlassen quasi fluchtartig die Metropole aus Angst, dass Überfälle und Raub, Symptome ungelöster Armutsproblematik, am Tag durch Überrepräsentanz von Polizei mühsam im Zaum gehalten, sich im Schutz der Dunkelheit Bahn brechen – nicht zuletzt Vergeltungsakte für jahrhundertelange Unterdrückung und Erniedrigung.

Sinnfällig wurden diese noch lange nicht geheilten Wunden der Kolonialzeit beim Besuch der Städte Stellenbosch und Franschhoek, deren historische Viertel die Prunkvillen der holländischen Herren des 17.- 19. Jhdt. zur Schau stellen und noch heute, nach Aufhebung der äußeren Apartheid, ihre Entsprechung in elektrischen Zäunen und mannshohen Gittern um die Anwesen der Reichen und Superreichen finden.

01.08.2003

Heute sind über 600km zu bewältigen, d.h. Wecken um 6.oo Uhr!

Nach dem Frühstück Start auf dem A2 Highway nach Nord-Osten, Richtung Gardenroute. Die Gardenroute trägt ihren Namen, weil, durch den Mozambiquestrom begünstigt, die Flora bis weit in den Winter sich als üppiger Naturgarten präsentiert. Vorher aber muss noch eine Halbwüste, eingefasst in mächtige Bergketten, die kleine Karoo, durchquert werden.

Blaue Kraniche, Strauße und Perlhühner rechts und links der Piste sind unsere Begleiter. Die Strauße grasen inmitten riesiger Schafherden, sie sind den Farmern herzlich willkommen, verteidigen sie doch die Lämmer gegen potentielle Tierräuber. In einer Straußenfarm finden wir sie wieder, diesmal allerdings nicht freilebend, sondern als ausschließliche Lieferanten von Fleisch, Leder und Staubwedel.

Obwohl die Haltung von Tieren zu ähnlichen Zwecken für die meisten Menschen selbstverständlich ist, dazu oft noch unter unwürdigeren Bedingungen, hier, inmitten teilweise noch unberührter Natur, in unmittelbarer Nachbarschaft der freien Wildbahn wirkt das menschgemachte Los der Tiere doch besonders bedrückend, wenn nicht beschämend: den Hennen werden Teile des Geleges weggenommen, um sie zu vermehrtem Eierlegen anzuregen, die Küken vom Schlüpfen bis zum Schlachten täglich gemästet, zugebilligte Lebensfrist: 14 Monate, der Markt will es so...

Wir fahren weiter, es gibt noch viel zu besichtigen, u.a. eine Fabrik, in der die prächtige Aloepflanze in Marmelade, Hautcreme, Tee und Biskuits verwandelt wird und erreichen schließlich die sturmumtoste Mosselbay am Indischen Ozean. Im Museum des Kapumseglers Bartholomäus Diaz' erwartet uns eine besondere Überraschung, sicher die positivste des Tages: der Pretoria Girlchoire singt Gospels und Klassik – ein künstlerischer Hochgenuss nach den eher irritierenden Eindrücken der Vorstunden – und Zeugnis ganz anderer menschlicher Produktivität und Kreativität!

Am Abend begrüßt uns das Wilderness Beach-Hotel im gleichnamigen Ort, direkt am Meer gelegen – traumhaft schön – so wie hoffentlich bald mein Schlaf...

02.08.2003

Der Schlaf war traumhaft, Morgen– und Abendbufett inklusive Wetter stehen dem nichts nach – der Tag selbst entwickelt wenig Höhepunkte – ausspannen, sight-seeing, shopping stehen im Vordergrund. Wir fahren, begleitet von Pelikanen und Flamingos, zum nur 10km entfernten, idyllisch in einer Lagune gelegenen Städtchen Knysana, ein typisch englisch geprägter Ort, Kirchen im viktorianischen Stil, zahlreiche drugs, shops, parks und pubs und ein Kuriosum oder mehr? Die ganze Region um die nur 40km breite Hafeneinfahrt zur Lagune gehört einem einzigen Mann: William Smith, Urenkel des seinerzeitigen Inbesitznehmers: Relikt der längst vergangen geglaubten Kolonialzeit.

Den Nachmittag und Abend verbringen wir, mit Pullover und Anorak gegen die afrikanische Winterkälte geschützt am Strand des Hotels , schauen und horchen in die unaufhörlich hereinrollende Flut, die sich überschlagenden und wieder sanft auslaufenden Brecher des Indischen Ozeans und kommen uns ganz klein vor und doch irgendwie beruhigt, geborgen, dazugehörig!

Morgen fliegen wir nach Durban.

03.08.2003

Auf der N2 geht es weiter über Plettenberg in Richtung Port Elizabeth.

Der erste schöne,warme Winter –Sonnentag (knapp 15° Grad), prächtige Korallenbäume, Pinien, Schirmakazien, Eukalyptusbäume und lila Heide säumen die Fahrtroute, Sonnenvögel umschwirren orangerote Aloestauden.

Im Tritsikamma-Nationalpark hangeln wir uns 100m hoch über eine schwankende Hängebrücke, durchstreifen subtropischen Regenwald und bestaunen 800 Jahre alte Gelbholzbäume.

Auf der Weiterfahrt nach Port Elizabeth erleben wir einen erneuten Wandel der Landschaft: die regenverwöhnte üppige Vegetation der Gardenroute geht allmählich über in Baum-Busch-und Grassavanne.

Unsere Erwartungen aber, damit auch schon hier größere Wildtiere zu sehen, erfüllen sich noch nicht, die Kulturlandschaft, die Weidewirtschaft mit ihren riesigen Farmen dominiert die Naturlandschaft, gab und gibt den big five (Löwen, Leoparden, Büffeln, Elefanten, Nashörnern u.a. ) hier keine Chance, hat sie ausgerottet oder in die Reservate verbannt – was an Fauna sichtbar wird, sind überwiegend brav gezähmte Rinderherden...

Hoffen wir auf die ersten Safari am Montag im Reich der Zulu!

Nach der Verabschiedung von unseren kompetenten und freundlichen Reisebegleitern Heiko und Anton geht es in einem einstündigen Flug von Port Elizabeth nach Durban, wo uns das Holiday-Inn erwartet.