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Hurtigruten - 22.03.2007

Der Tag beginnt trübe und wolkenverhangen, aber das kann sich hier ganz schnell ändern, warten wirs ab.

Wir passieren die Inselgruppe der VERSTEROLEN in Richtung der LOFOTEN. Kürzere und längere Stopps in RISOHAMN , SOSTLAND und STOKUSAKNES nutzen wir zu entsprechenden Landgängen, auch um das Schwankgefühl des Schiffes wieder auszugleichen.

Gegen 11Uhr30 hatte Jens fast die Chance, unsere Kabine für den Rest der Fahrt alleine nutzen zu können:

bei einem der ständigen Versuche, auf dem Außendeck zu fotografieren, wurde der stürmisch wehende Wind plötzlich zum Orkan, packte mich samt Kamera und schleuderte mich an die Reling ! Von „an die" bis zu „über die" waren es nur wenige Zentimeter...

Mann und Kamera kamen mit dem Schrecken davon und verkrochen sich erstmal für eine Weile in der sicheren Kabine, bis der Blick aus dem Bullauge wieder lockte – Winterdramatik, Wintermagie, ich wollte es ja nicht anders!

STOCKMARKNES ist übrigens die Geburtsstadt des Gründers der Hurtigruten, Richard With. Und vieles mehr hätten wir alles im dortigen Museum erfahren, aber erstens wussten wir es schon und zweitens regnet es in Strömen, also bleiben wir schön an Bord und warten auf Wetterumschwung, der nie mehr als 2–3 Stunden auf sich warten ließ.

Die Fahrt durch den RAFTSUND Richtung LOFOTEN bot das bisher grandioseste Schauspiel: düstere Nebelschwaden, peitschende Regenschauer zur Linken, rechts überschütten Farbkaskaden die schneeglänzenden Bergriesen, nur eine halbe Körperdrehung entfernt: Dramatik und Lyrik auf engstem Raum – verdichtetes Leben: Trolle und Elfen, die Musik Edvard Griegs beginnt zu klingen, Solveigs Lied und Ases Tod...

Eine ganz andere Dramatik entwickelte sich bei dem Versuch, die überwältigenden Bilder mit Foto und Videokamera im fliegenden Wechsel festzuhalten: der Akku der Kamera starb in Schönheit und auf die bewegten Bilder kam es doch ganz besonders an, auf sie, die bewegenden...

Bleiben die Fotos und die Erinnerung.

Erst in der Hafenstadt SVOLVAER endete der parforce – Ritt der Gefühle, STAMSUN und damit die LOFOTEN verlassen wir am späten Abend und etwas banger Erwartung, stehen uns doch ca. 4 Stunden Fahrt über die offene See bevor: nach den Wettererfahrungen der vergangenen Tage kann das heikel werden für die Stabilität unserer Physis, nachdem die Psyche aus geschilderten Gründen schon reichlich gefordert war...

Die bangen Erwartungen haben sich erfüllt – allerdings in ganz anderer Hinsicht: als wir am Nachmittag in unsere Kabine kommen, ist es eiskalt; Klimaanlage ausgefallen, das kenne ich doch irgendwoher: TRANSSIB, Flug nach KAPSTADT und jetzt HURTIGRUTEN – der Fluch des gestörten Klimas hat mich offenbar schon immer verfolgt!

Zurück zum aktuellen Fall: vor dem Abendessen informieren wir den Reiseleiter, er verspricht Abhilfe, murmelt etwas von Thermostatausfall – als wir gegen 22 Uhr in die Kabine kommen, empfangen uns ca. 30Grad plus, wir glauben an Reparaturübergangsschwierigkeiten, legen uns hin, zunächst in normaler Schlafkleidung mit Bettdecke, dann ohne Bettdecke, dann ohne... dann... hilft alles nichts, Bullaugen lassen sich auch nicht öffnen – um 1.00 Uhr rufen wir die Rezeption an, es erscheint umgehend ein Monteur und befreit uns aus der Sauna, was ER während der Reparatur gemurmelt hat, konnte ich nicht verstehen, der Rest der Nacht verging im Halbschlaf...